Es gibt Tage, da scheint die Welt in Plau am See den Atem anzuhalten. Wenn der Frost die Landschaft fest im Griff hat und der Trubel des Sommers nur noch eine ferne Erinnerung ist, zieht es mich hinaus in den Stadtwald. Wer eine echte Auszeit am See sucht, findet sie jetzt in der unberührten, fast mystischen Stille der Natur.
Wenn das Wasser schweigt
Mein Weg führt mich entlang des Ziegelsees weiter bis zum Burgsee. Wo im Frühjahr die Frösche konzertieren, herrscht heute absolute Stille. Der See ist komplett zugefroren; eine starre, silbergraue Fläche, die den Winterhimmel widerspiegelt.
Für uns Menschen ist dieser Anblick der Inbegriff einer erholsamen Auszeit am See, doch für die Natur ist es eine Zeit der Entbehrung. Die Wintervögel, die sonst das Schilf beleben, müssen sich nun andere Plätze suchen. Selbst der prachtvolle Eisvogel, den man hier oft wie einen fliegenden Edelstein beobachten kann, findet derzeit keine Nahrung. Die verschlossene Eisdecke verwehrt ihm den Zugang zu den kleinen Fischen, sodass er an die fließende Elde ausweichen muss.

Skulpturen aus Holz und Frost
Im Wald angekommen, verändert sich die Atmosphäre. Ohne ihr schützendes Blätterdach wirken die alten Buchen wie skurrile Skulpturen, die ihre nackten Arme in den Winterhimmel recken. Die Stimmung ist leicht melancholisch, aber auf eine heilsame Art.
Es ist eine Einladung, selbst still zu werden. Der weiche Boden schluckt jeden Schritt. Nur hin und wieder wird die fast unwirkliche Stille unterbrochen: Das weithin schallende, fast klagende Rufen eines Schwarzspechtes hallt durch die Stämme. Es ist das einzige Zeichen von Leben in dieser erstarrten Welt und macht deine Auszeit am See zu einem intensiven Naturerlebnis.

Zeit zum Durchatmen und Loslassen
Dieser Spaziergang ist kein Ort für laute Gespräche. Es ist ein Moment, um die Gedanken einfach wie Wolken vorbeiziehen zu lassen. In der kühlen, klaren Luft fällt das Durchatmen leicht. Man spürt die Kraft, die in der Ruhe liegt – die Natur schläft nicht, sie sammelt Energie für das Frühjahr.
Wenn ihr bei eurem nächsten Besuch in unserem Ferienhaus mal den Kopf frei bekommen wollt, kann ich euch diese winterliche Runde nur ans Herz legen. Eine Auszeit am See bedeutet im Winter vor allem: Ankommen bei sich selbst.
Eure Gastgeberin aus Plau am See
FAQ: Wissenswertes für deine winterliche Auszeit am See
Wo startet der Spaziergang durch den Plauer Stadtwald?
Der ideale Ausgangspunkt für diese Route ist der **Kletterpark hinter dem Klüschenberg** in Plau am See. Von dort aus führen gut beschilderte Wege direkt hinein in die Stille des Stadtwaldes und hinunter zum Ziegeleisee und weiter zum Burgsee. Es ist der perfekte Startpunkt für eine erholsame Wanderung.
Darf man den zugefrorenen Ziegeleisee betreten?
Hier ist Vorsicht geboten! Auch wenn die Eisfläche verlockend und fest wirkt, ist das Betreten der Seen **lebensgefährlich** und offiziell meist nicht freigegeben. Wir empfehlen, die glitzernde Kulisse sicher vom Ufer aus zu genießen – das Panorama ist auch von dort aus Balsam für die Seele.
Welche Vögel kann man im Winter im Stadtwald beobachten?
Besonders markant ist das Klopfen und Rufen des **Schwarzspechts**, der ganzjährig im Wald aktiv ist. Da der Ziegeleisee oft zugefroren ist, ziehen sich Wasservögel wie der **Eisvogel** an die fließende Elde zurück. Wer geduldig ist, kann an den eisfreien Stellen der Region dennoch wunderbare Naturbeobachtungen machen.
Sind die Wanderwege im Stadtwald im Winter geräumt?
Die Wege im Plauer Stadtwald bleiben weitestgehend naturbelassen, um den urigen Charakter des Waldes zu erhalten. Für deine Auszeit am See im Winter empfehlen wir daher **festes, warmes Schuhwerk mit gutem Profil**, da die Pfade bei Frost oder Schnee rutschig sein können.
Wie lange dauert die Runde durch den Wald und zum Ziegeleisee?
Ab dem Kletterpark kannst du je nach Tempo etwa **1 bis 1,5 Stunden** einplanen. Die Strecke ist ideal, um tief durchzuatmen, ohne sich körperlich zu verausgaben – eben eine echte kleine Auszeit im Grünen.

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